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der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen

Prostatakrebs
Erkrankung Häufigkeit in Deutschland Mittleres Erkrankungsalter Risiko-
faktoren
Vorbeugung Früherkennung Erblich  
Prostatakrebs
Häufigste Krebserkrankung beim Mann (dritthäufigste Krebs- Todesursache) 69 Jahre Allgemeine Maßnahmen möglich Nicht ausgeschlossen

 

Krebsfrüherkennungsmaßnahmen
(Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung)
  Welche Altersgruppe? Wie wird untersucht? Details Durch wen? Wie oft? Bewertung/
Empfehlung
 
Prostata 45 und darüber Tastuntersuchung Prostata Hausarzt oder Urologe jährlich

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten (IGel- Individuelle Gesundheitsleistungen)

Die im Folgenden beschriebenen Untersuchungen sind als Früherkennungsmaßnahmen in der Regel keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Bei Abklärungsbedarf verdächtiger Befunde bzw. in der Nachsorge bereits behandelter Krebserkrankungen werden die Kosten aber meist von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA- Test)

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein körpereigenes Eiweiß, das von der Prostata gebildet wird. Ein Teil gelangt ins Blut und liegt dort im Blutserum in gelöster Form ("freies" PSA) oder an Eiweiße des Blutserums gebunden ("komplexiertes" PSA) vor.
Bei dieser Untersuchung wird in einer Blutprobe die Konzentration des gesamten, also freien und gebundenen, PSA gemessen.

Kosten
Die Kosten für diese Untersuchung liegen zwischen 15 und 45 Euro. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten in der Regel nicht. Ergibt sich aus dem PSA-Test allerdings ein begründeter Tumorverdacht, werden die Kosten von einigen Krankenkassen rückwirkend übernommen.
Derzeit wird der Einfluss einer PSA-Massenuntersuchung (Screening) auf die Sterblichkeitsrate in zwei groß angelegten klinischen Studien untersucht. Vom Ergebnis hängt ab, ob der PSA-Test in Zukunft als Maßnahme zur Krebsfrüherkennung in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen wird.

Risiken der Untersuchung
Wie bei jeder Blutabnahme.

Aussagekraft
Der Verdacht auf ein Prostatakarzinom ist gegeben, wenn der PSA-Wert über dem Richtwert von 0 bis 4 Nanogramm pro Milliliter Blut liegt. Das bedeutet aber nicht, dass in jedem Fall eine bösartige Veränderung der Prostata vorliegen muss. Auch Entzündungen, Infektionen oder mechanische Reizungen der Prostata (wie zum Beispiel durch Sport, Geschlechtsverkehr, "Pressen" bei Verstopfung, digital-rektale Untersuchung), oder die im Alter häufig auftretende gutartige Vergrößerung des Organs, können beim Gesunden zu einer PSA-Erhöhung führen. Ein einzelner Messwert reicht in der Regel nicht aus, um weitere diagnostische Maßnahmen einzuleiten. Der Test sollte daher in regelmäßigen zeitlichen Abständen wiederholt werden. Bleibt der PSA-Wert im Verlauf der Untersuchungen unter Ausschluss möglicher Fehlerquellen über dem Schwellenwert erhöht und/oder steigt er pro Jahr um mehr als 0,5 Nanogramm pro Milliliter an, wird die Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata zur Abklärung empfohlen.

Wenn der PSA-Test unter dem Richtwert von 4 Nanogramm pro Milliliter liegt, bedeutet dies, dass entweder keine bösartigen Veränderungen vorhanden sind, oder dass eine bestehende bösartige Veränderung den PSA-Wert nicht oder nur geringfügig erhöht.

Bewertung / Empfehlung
Kritiker warnen vor Überdiagnosen und Übertherapien. Eventuell werden über einen PSA-Test Prostatakarzinome entdeckt, die zeitlebens keine Beschwerden verursachen oder so langsam wachsen würden, dass sie das Leben nicht verkürzen. Eine Therapie und die psychische Belastung durch die Diagnose Krebs können in solchen Fällen die Lebensqualität einschränken. Leider gibt es derzeit keine verlässlichen Erkennungsmerkmale, um "stille" Karzinome von aggressiven Formen zu unterscheiden. Immer häufiger wird aber die Anstiegsgeschwindigkeit des PSA-Wertes (PSAV) als Kriterium für weiteren Handlungsbedarf herangezogen.

Vor diesem Hintergrund sollte eine Entscheidung für oder gegen den PSA-Test sorgfältig abgewogen werden. Hierbei spielen die persönliche Lebenssituation sowie die individuelle Bewertung von Nutzen und Risiko eine wichtige Rolle. Da ein einzelner PSA-Wert nur eingeschränkte Aussagekraft hat, ist ein jährlicher PSA-Test ab einem Alter von 50 Jahren, für Männer mit familiärer Häufung von Prostatakrebserkrankungen ab einem Alter von 45 Jahren, zu empfehlen. Der Test sollte zur angemessenen Einordnung der Ergebnisse immer mit einer ärztlichen Beratung verbunden werden.

Transrektale Sonographie (Ultraschall)

Die transrektale Sonographie der Prostata erlaubt eine genaue Beurteilung der Struktur und Ausdehnung der Prostata ohne Strahlenbelastung. Dafür wird eine stabförmige Ultraschallsonde in den Mastdarm eingeführt.

Kosten
Die Kosten für diese Untersuchung liegen bei ca. 40 Euro. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten in der Regel nur, wenn ein Verdacht auf eine Krebserkrankung besteht.

Risiken der Untersuchung
Die Untersuchung selbst ist schmerzlos. Falsch positive oder falsch negative Befunde können jedoch zu belastenden Folgeuntersuchungen führen.

Aussagekraft
Neben der Abgrenzung der Altershyperplasie (Vergrößerung eines Organs oder Gewebes) können akute und chronische Entzündungszeichen erkannt werden. Auch die Beurteilung bösartiger Veränderungen ist möglich.

Bewertung / Empfehlung
Die Untersuchung sollte nur bei einem konkreten Krebsverdacht durchgeführt werden und nicht im Rahmen der Früherkennung. Die Methode dient eher der gezielten Entnahme von Gewebe aus der Prostata (Biopsie).

 
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