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der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen

Gynäkologische Krebserkrankungen
Erkrankung Häufigkeit in Deutschland Mittleres Erkrankungsalter Risiko-
faktoren
Vorbeugung Früherkennung Erblich  
Gebärmutterhalskrebs
Rang 10 aller Krebserkrankungen der Frau 54 Jahre HPV-Impfung sehr gut möglich nein
Gebärmutterkörperkrebs
Rang 4 aller Krebserkrankungen der Frau 67 Jahre Gesundheitsbewusster Lebensstil weniger gut möglich teilweise (HNPCC-Syndrom)
Eierstockkrebs
Rang 5 aller Krebserkrankungen der Frau (aber häufigste Krebs-Todesursache!) 68 Jahre Gesundheitsbewusster Lebensstil nur schwer möglich teilweise (ca. 10%)
Vulvakrebs
Selten 70 Jahre HPV-Impfung gut möglich nein
Scheidenkrebs
Selten 65 Jahre HPV-Impfung gut möglich nein

 

Krebsfrüherkennungsmaßnahmen
(Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung)
  Welche Altersgruppe? Wie wird untersucht? Details Durch wen? Wie oft? Bewertung/
Empfehlung
 
Gyn. Krebserkrankungen 20 und darüber Gyn. Tastuntersuchung Gynäkologe jährlich
Gyn. Krebserkrankungen 20 und darüber Inspektion der Genitalien Gynäkologe jährlich
Gyn. Krebserkrankungen 20 und darüber PAP-Test Gynäkologe jährlich
  Alle drei Untersuchungen werden in einer Sitzung durchgeführt. Einzelheiten zum PAP-Test finden Sie unter 'Weitere Infos'.

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten (IGel- Individuelle Gesundheitsleistungen)

Die im Folgenden beschriebenen Untersuchungen sind als Früherkennungsmaßnahmen in der Regel keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Bei Abklärungsbedarf verdächtiger Befunde bzw. in der Nachsorge bereits behandelter Krebserkrankungen werden die Kosten aber meist von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Vaginaler Ultraschall

Bei dieser Untersuchung wird der Ultraschallkopf über die Scheide eingeführt. Auf diese Weise lassen sich Form und Struktur der Gebärmutter, Eileiter sowie der Eierstöcke begutachten. Meist wird diese Untersuchung als diagnostische Maßnahme genutzt.

Risiken der Untersuchung
Keine

Aussagekraft
Mit Hilfe des vaginalen Ultraschalls kann ein zuvor als verdächtig aufgefallener Befund näher beschrieben und möglicherweise als Karzinom diagnostiziert werden. Hierbei spielen Faktoren wie Größe, Wanddicke und Struktur der tumorösen Vergrößerung eine Rolle.

Kosten
Ab 30 Euro

Bewertung und Empfehlung
Die derzeit vorliegenden Daten können nicht belegen, dass eine vaginale Ultraschalluntersuchung im Rahmen einer Krebsvorsorgeuntersuchung die Früherkennung von Eierstock- oder Gebärmutterkrebs messbar verbessert. Eine generelle Inanspruchnahme dieser Maßnahmen von Frauen ohne verdächtige Symptome kann im Augenblick daher nicht empfohlen werden (S3-Leitlinie). Die Abklärung verdächtiger Befunde ist mit Hilfe des vaginalen Ultraschalls aber gut möglich.

HPV-Test

Mit Hilfe bestimmter Laborverfahren lässt sich in der beim Abstrich entnommenen Gebärmutterschleimhaut die Erbsubstanz (DNA) von HP-Viren nachweisen. HP-Viren sind für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und anderen gynäkologischen Tumoren verantwortlich.

Risiken der Untersuchung
Keine

Aussagekraft
Mit Hilfe eines HPV-Tests kann festgestellt werden, ob eine HPV-Infektion vorliegt oder nicht.
Nach heutigem Kenntnisstand schließt ein negativer HPV-Test (keine Infektion nachweisbar) hochgradige Krebsvorstufen bzw. einen Gebärmutterhalskrebs zum Zeitpunkt der Untersuchung nahezu immer aus. Der Umkehrschluss gilt aber nicht: Das Vorliegen einer HPV-Infektion ist kein Hinweis auf Gebärmutterhalskrebs oder andere gynäkologische Krebsarten. Nur sehr wenige Frauen, bei denen eine HPV-Infektion vorliegt, entwickeln tatsächlich ein Karzinom. Erste Zellveränderungen können lediglich durch einen Abstrich (Pap-Test s.o.) nachgewiesen und dann falls nötig entfernt werden.

Kosten
Ab ca. 50 Euro
Die Kosten eines HPV-Tests werden von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung nicht übernommen. Liegt jedoch ein auffälliger Pap-Abstrich vor, so übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen im Regelfall in vielen Fällen die Kosten für den HPV-Test.
Auch nach einer Behandlung einer Krebsvorstufe oder eines Gebärmutterhalskrebses gehört der HPV-Test zur Nachsorgeuntersuchung und wird von den Krankenkassen bezahlt.
Manche privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Test auf Anfrage.

Bewertung und Empfehlung
Ein HPV-Test ist als reguläre Früherkennungsmaßnahme nicht erforderlich.
Bei Frauen mit wiederholt auffälligen Befunden oder bereits behandelten Krebsvorstufen, kann der Test die engmaschigen Abstrichuntersuchungen jedoch gut ergänzen.
Bei negativem Ergebnis eines HPV-Tests (= keine aktuelle Infektion) ist ein erneuter Test frühestens nach 2 Jahren sinnvoll.

Tumormarkerbestimmung CA 125

Bei dieser Untersuchung wird der so genannte Faktor CA 125 im Blut bestimmt.

Aussagekraft
Der Tumormarker CA 125 ist bei vielen Frauen mit Eierstockkrebs erhöht. Ein erhöhter Wert hat häufig aber auch ganz andere Ursachen. Die Aussagekraft des CA 125 ist also wenig spezifisch, weshalb die Zahl falsch positiver Ergebnisse (erhöhter Wert bei Nichtvorliegen eines Karzinoms) relativ groß ist. Falsch positive Ergebnisse führen dennoch zu Verunsicherung und ziehen häufig überflüssige diagnostische Maßnahmen nach sich.

Kosten
20 Euro

Bewertung und Empfehlung
Die derzeit vorliegenden Daten können nicht belegen, dass eine routinemäßig durchgeführte Bestimmung des Tumormarkers CA 125 die Früherkennung von Eierstockkrebs ermöglicht. Eine generelle Inanspruchnahme dieser Maßnahmen von Frauen ohne verdächtige Symptome kann im Augenblick daher nicht empfohlen werden (S3-Leitlinie).
Zur Verlaufsbeobachtung eines bereits diagnostizierten Eierstockkrebses ist das CA 125 aber gut geeignet.

Weiterführende Links

Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie erhalten Sie bei der DGGG. Diese richten sich primär an Fachleute.

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe 

 
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