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der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen

Brustkrebs
Erkrankung Häufigkeit in Deutschland Mittleres Erkrankungsalter Risiko-
faktoren
Vorbeugung Früherkennung Erblich  
Brustkrebs bei Frauen (Mammakarzinom)
Häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. In Deutschland erkranken etwa 57.000 Frauen pro Jahr. 63 Vermeidung von Übergewicht, regelmäßige Bewegung, Nichtrauchen gut möglich teilweise, s. Erbliche Krebskrankheiten
Brustkrebs bei Männern
In Deutschland erkranken ca. 500 Männer pro Jahr. Das Durchschnittsalter nähert sich dem 70. Lebensjahr. (Männer erkranken deutlich später als Frauen) gut möglich durch Abtasten der Brust, Ultraschall und Mammographie noch nicht erwiesen

 

Krebsfrüherkennungsmaßnahmen
(Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung)
  Welche Altersgruppe? Wie wird untersucht? Details Durch wen? Wie oft? Bewertung/
Empfehlung
 
Brust 30 und darüber Tastuntersuchung Brust Gynäkologe jährlich
Brust 50 - 69 Mammographie-Screening Screening-Einheit alle 2 Jahre

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten (IGel- Individuelle Gesundheitsleistungen)

Die im Folgenden beschriebenen Untersuchungen sind als Früherkennungsmaßnahme in der Regel keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Bei Abklärungsbedarf verdächtiger Befunde bzw. in der Nachsorge bereits behandelter Krebserkrankungen werden die Kosten aber meist von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Sonographie (Ultraschall)

Aussagekraft
Entsprechend bisher vorliegender Studiendaten ist die hochauflösende Ultraschalluntersuchung als alleinige Methode zur Früherkennung nicht geeignet. Sie gilt aber als bildgebende Methode der 1. Wahl bei auffälligem Tastbefund vor dem 40. Lebensjahr. Als Zusatzuntersuchung wird sie eingesetzt bei dichtem und daher in der Mammographie schwer beurteilbarem Drüsengewebe sowie bei allen mammographisch unklaren Befunden.

Risiken der Untersuchung
Keine

Kosten
Da die Sonographie als alleinige bildgebende Untersuchung im Rahmen der Früherkennung noch nicht anerkannt ist und daher von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt wird, muss die Patientin selbst die Kosten tragen. Die Kosten schwanken zwischen 40 und 150 Euro. Die Sonographie zur weitergehenden Abklärung unklarer Tast- oder Mammographiebefunde wird von den Kassen getragen.

Bewertung und Empfehlung
Die hochauflösende Sonographie ist eine wertvolle Methode in der Diagnostik von Brustkrebserkrankungen. Insbesondere bei jüngeren Frauen mit dichtem Drüsengewebe, das bei der Tastuntersuchung häufig schwer beurteilbar ist, liefert sie wichtige Informationen entweder als alleinige Untersuchung oder als Ergänzung zu einer Mammographie. Wichtig dabei ist zum einen die Gerätequalität und zum anderen die qualitative Begutachtung und Auswertung durch den Untersucher. Anders als beim Mammographie-Screening gibt es zur Zeit noch keine bindenden Vorgaben zur Qualifikation und zur Gerätequalität.

Kernspintomographie (MRT)

Aussagekraft
Die Kernspintomographie ist die bildgebende Methode, welche die größte Empfindlichkeit in Bezug auf den Nachweis einer Brustkrebserkrankung hat.

Risiken der Untersuchung
Die Kernspintomographie arbeitet mit Magnetfeldern, weshalb sie nicht mit einer Strahlenbelastung einhergeht. Selten können aufgrund des eingespritzten Kontrastmittels Unverträglichkeitsreaktionen auftreten. Im Fall von Metallimplantaten, wie zum Beispiel künstlichen Hüftgelenken oder Herzschrittmachern, kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden. Aufgrund der engen Untersuchungsbedingungen in der "Röhre" kann es zu Platzangst kommen.

Kosten
Da die Kernspintomographie außer bei familiärem Brustkrebs als bildgebende Untersuchung im Rahmen der Früherkennung nicht anerkannt ist und daher von den gesetzlichen Kraneknkassen nicht bezahlt wird, muss die Patientin selbst die Kosten tragen. Diese belaufen sich auf ca. 400 bis 500 Euro.

Bewertung und Empfehlung
Die Kernspintomographie ist eine sehr wichtige ergänzende Untersuchungsmethode bei familiärem Brustkrebs, bei nachgewiesenem lobulären Karzinom, vor einer brusterhaltenden Therapie und selten bei unklaren Befunden in der Mammographie und Sonographie.
Die wichtigste Nebenwirkung sind falsch- positive Befunde, das heißt Befunde, die als krebsverdächtig eingestuft und durch Probeentnahme (Biopsie) weiter abgeklärt werden müssen, aber letztendlich gutartig sind. Sie führen zu einer unnötigen Belastung. Die Rate an unnötigen Biopsien liegt beim MRT zwei- bis dreimal so hoch wie beim Mammographie-Screening, die Rate an vorgezogenen Kontrolluntersuchungen liegt sogar knapp zehnfach höher. Aus diesem Grund kann für Frauen ohne jeglichen Hinweis auf eine Brustkrebserkrankung die Kernspintomographie als Maßnahme der Früherkennung nicht empfohlen werden.

Weiterführende Links

Selbstuntersuchung der Brust 
Mammographie-Screening 
Selbsthilfe-Netzwerk für Männer mit Brustkrebs 

 
 
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