Impfungen
Weltweit sind Schätzungen zufolge etwa 15 Prozent aller Krebserkrankungen auf chronische Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten zurückzuführen. In Europa sind es bis zu acht Prozent, und hier hauptsächlich Zervixkarzinom, Leberzellkrebs und Magenkrebs. Breite Impfprogramme gegen die ursächlichen Erreger können die Häufigkeit dieser Krebserkrankungen reduzieren.
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Gebärmutterhalskrebs und HPV-Viren
Jedes Jahr erkranken in Deutschland ca. 5500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Frauen zwischen 40 und 59 Jahren sind am häufigsten betroffen. Dem Gebärmutterhalskrebs liegt eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) zugrunde. Die HPV-Infektion ist sexuell übertragbar, nicht aber die Krebserkrankung. Viele Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens, jedoch entsteht nur bei einem geringen Prozentsatz daraus eine Krebserkrankung.
Im Laufe ihres Lebens stecken sich schätzungsweise sieben von 10 Menschen an. Von den über 100 Virus-Typen sind insbesondere die Hochrisiko-Typen 16 und 18 krebserregend. Sie werden in 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen nachgewiesen. Auch Tumore der Scheide (Vagina) und des Schamhügels (Vulva) sowie bei Männern im Bereich des Penis können durch die Viren verursacht werden.
Erhöhung des Erkrankungsrisikos neben einer HPV-Infektion:
- Rauchen steigert das Risiko um 60 Prozent
- Zusätzliche Infektionen im Genitalbereich (z.B. Herpes simplex)
- Die Einnahme der Anti-Baby-Pille (bisher noch nicht eindeutig geklärt)
- Eine Schwächung des Immunsystems durch AIDS oder Organtransplantation
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Humane Papillomviren (HPV)
Humane Papillomviren bilden eine Gruppe von DNA-Viren, zu der etwa 200 verschiedene Typen gehören. Sie befallen die Haut oder Schleimhaut und verursachen in den infizierten Zellen ein unkontrolliertes tumorartiges Wachstum. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um gutartige Tumoren in Form von Warzen.
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HPV-Impfung
Die seit Herbst 2006 zugelassene HPV-Impfung schützt wirksam vor einer Infektion mit den krebserregenden Hochrisiko-Virentypen 16 und 18. Die ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung von Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren, d.h. vor dem ersten Sexualkontakt, um jegliches Infektionsrisiko zu vermeiden. Die Impfung kann vom Frauenarzt oder Kinderarzt durchgeführt werden. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Darüber hinaus erstatten einige Krankenkassen die Kosten der Impfung von Frauen nach dem 18. Lebensjahr. Fragen Sie bitte bei Ihrer Krankenkasse nach. Die HPV-Impfung gilt als gut verträglich und hält mindestens fünf Jahre an. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden bislang nicht beobachtet.
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HPV-Impfung für Männer
Eine Anfang 2011 veröffentlichte Studie mit 4.000 jungen Männern, die im Alter zwischen 16 und 26 Jahren den HPV-Impfstoff erhielten, zeigte einen Schutzeffekt gegenüber äußerer Genitalläsionen (Läsion=Schädigung). In den USA ist der Impfstoff seit kurzem auch bei Jungen und Mädchen zwischen 9 und 26 Jahren zum Schutz vor Genitalwarzen und Karzinome an Penis und After zugelassen. Diskutiert wird seit längerem , dass geimpfte Männer gleichzeitig Frauen vor einer Ansteckung mit humanen Papillomaviren beim Geschlechtsverkehr schützen. Eine offizielle Impfempfehlung für Jungen und Männer gibt es allerdings auf der EV-Ebene nicht.
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Hepatitis B – Viren und Leberzellkarzinome
Hepatitis B ist eine durch Viren verursachte Leberentzündung. Europaweit infizieren sich über 35.000 Menschen pro Jahr mit dem Virus. Die Ansteckung kann über infiziertes Blut, auf sexuellem Wege oder bei der Geburt erfolgen, wobei die Ansteckungsgefahr weitaus größer ist als beim HI-Virus (HIV). Bei den meisten Menschen heilt die Entzündung von selbst aus. Bei etwa 10 Prozent der Infizierten nimmt die Erkrankung jedoch einen chronischen Verlauf. Eine chronische Hepatitis-B Entzündung ist sehr oft Wegbereiter einer späteren Leberzirrhose (bei einer Leberzirrhose ist ein großer Teil des Lebergewebes durch Bindegewebe ersetzt).
Beschleunigend auf die Entwicklung der Zirrhose wirken:
- Alkoholkonsum
- Infektion mit anderen Hepatitis-Viren (z.B. mit dem Hepatitis C-Virus).
Neben zahlreichen schwerwiegenden Gesundheitsschäden, wie Magen-Darm-Blutungen und einer eingeschränkten Blutgerinnung durch eine Leberzirrhose, erhöht sich das Risiko, an einem Leberzellkrebs zu erkranken. In eher seltenen Fällen kann eine Hepatitis-B-Infektion auch ohne Leberzirrhose zu einem Leberzellkrebs führen. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 6.000 Menschen an Leberkrebs, wobei die Heilungsaussicht durch eine oft erst späte Diagnose schlecht ist. Weltweit handelt es sich um den fünfthäufigsten Tumor, in einigen Staaten Afrikas und Südostasiens sogar um den häufigsten. Auch in Deutschland nimmt die Erkrankungshäufigkeit zu.
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Hepatitis B-Impfung
Seit 20 Jahren gibt es eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B–Viren. Nach drei Dosen sind neun von zehn Geimpften effektiv vor einer Infektion geschützt. In Deutschland gehört sie in das Routineprogramm der Säuglings-Schutzimpfungen. Die Impfung wird bei Kleinkindern und Jugendlichen kostenlos durchgeführt. Auch Erwachsene ohne ausreichenden Impfschutz, können sich jederzeit impfen lassen. Die Kosten werden dann aber meist nur übernommen, wenn beruflich oder gesundheitlich ein besonders hohes Risiko besteht.
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Weiterführende Links
Infos zu Hepatitis B
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Literatur
- Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg (Hrsg.): "Schutz vor Krebs", Heidelberg, 2007
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