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der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen

Risikofaktor Übergewicht

Nach Rauchen ist Übergewicht der bedeutendste Risikofaktor für zahlreiche Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. Adipositas gilt weltweit als das zentrale Gesundheitsproblem, mit wachsender Tendenz. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht sogar von einer "globalen Adipositasepidemie".
In Deutschland sind etwa 68 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen zwischen 14 und 80 Jahren übergewichtig. 6% hiervon sogar adipös. Mit 15 Prozent sind sogar viele Jugendliche zwischen 14 bis 17 Jahren bereits übergewichtig.

Die Ergebnisse verschiedener epidemiologischepidemiologischBevölkerungsbezogen; die Epidemiologie ist die Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten sowie deren Ursachen und Risikofaktoren in Bevölkerungsgruppen.er Studien zeigen, dass Menschen mit Übergewicht ein erhöhtes Risiko für die Entstehung bestimmter Krebserkrankungen haben (Europäischer Kodex gegen den Krebs, 2003):

  • Brustkrebs nach den Wechseljahren um 30 Prozent bei einem BMI > 28
  • Dickdarmkrebs bei einem BMI von > 30 bei Männern um 50 bis 100 Prozent und bei Frauen um 6 Prozent
  • Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) nach den Wechseljahren um das Zwei- bis Dreifache bei einem BMI > 25
  • Eierstockkrebs bei einem BMI von > 30 um 25 Prozent
  • Speiseröhrenkrebs doppelt so hoch bei einem BMI > 25
  • Nierenkrebs bei einem BMI > 30 um das Zwei- bis Dreifache
  • Gallenblasenkrebs um das Zweifache, insbesondere bei Frauen

Methoden zur Bestimmung von Übergewicht

Body-Mass-Index (BMI)

Übergewicht wird über das Verhältnis von Körpergröße und –gewicht errechnet: Körpergewicht in kg : (Körpergröße in m)²



Klassikfikation weiblich (w) / männlich (m)

  • Untergewicht w: unter 19, m: unter 20
  • Normalgewicht w: 19-24, m: 20-25
  • Übergewicht w: 24-30, m: 25-30
  • Fettsucht (Adipositas) w: 30-40, m: 30-40


Beispiel
Frau, 1,69 cm groß, Gewicht 61 kg:
61 : (1,69)² = 61 : 2,8561 = 21,36 (normalgewichtig)

Waist-Hip-Ratio (WHR)

Eine weitere Maßzahl ist die WHR. Sie beschreibt die Bauchfettmenge, die durch das Verhältnis vom Taillen- zum Hüftumfang bestimmt wird. Sie wird wie folgt berechnet:
Taillenumfang : Hüftumfang

Dieses Verhältnis sollte beim Mann unter 1,0 und bei der Frau unter 0,85 liegen.

Beispiel
Frau, Taillenumf. 75 cm, Hüftumf. 95 cm:
75:95 = 0,79

Insbesondere bei der Identifikation des Dickdarmkrebsrisikos bei Frauen ist die WHR aussagekräftiger als der BMI. So hat sich in Studien gezeigt, dass Frauen mit einem WHR von über 0,85 ein um über 50 Prozent erhöhtes Risiko haben, Dickdarmkrebs zu entwickeln als Frauen mit einem WHR von unter 0,72.
Neueste Auswertungen der EPIC-Studie zeigen ein um 43 Prozent erhöhtes Prostatakrebsrisiko für Männer mit einem WHR über 0,99 im Vergleich zu jenen mit Werten unter 0,89.

Taillenumfang

Auch der Taillenumfang alleine ist aussagekräftig: Bei Männern spricht man bei einem Taillenumfang von 102 cm als zentral adipös, bei Frauen ab einem Umfang von 88 cm. Wie beim WHR steht bei dieser Maßzahl das Bauchfett im Mittelpunkt. Der Taillenumfang gibt Auskunft über das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden oder an Diabetes zu erkranken. Genauere Studien in Bezug auf das Krebsrisiko gibt es noch nicht.

Ansätze zur Reduktion bzw. zur Vermeidung von Übergewicht

1. Fettarme, ballaststoffreiche Ernährung (weitere Infos unter dem Punkt "Ernährung")
2. Regelmäßige körperliche Aktivität (weitere Infos unter dem Punkt "Bewegung")

Übergewicht und Diabetes Typ2

Zahlreiche Studien deuten auf eine negative Verbindung zwischen Übergewicht, Diabetes und Krebs hin. Mediziner und Wissenschaftler aus den USA sprechen von der gesicherten Erkenntnis, dass Typ2 - Diabetiker häufiger an Leber-, Gallenblasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken.

Diabetes Typ2 geht oft mit Übergewicht einher. Bis zu neun Prozent der Deutschen leiden unter dieser Form der Zuckerkrankheit. Immer mehr Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Diabetes und der Entstehung von Krebserkrankungen. In Erscheinung tritt dabei immer mehr das Hormon Insulin, welches im Blut von Übergewichtigen und Typ2 - Diabetikern vermehrt vorkommt, als Risikofaktor für Krebs. Darmkrebspatienten haben beispielsweise vor dem Ausbruch ihrer Krankheit einen deutlich erhöhten Blut-Insulin-Wert, was den Hinweis auf den Einfluss von Insulin auf die Entstehung von Krebs verhärtet.

Lebensstiländerung anstelle von Pillen und Diäten

Vorsicht ist geboten bei Appetitzüglern oder sogenannten Schlankheits-Pillen, die ohne jegliche Ernährungsumstellung eine schnelle Gewichtsreduktion versprechen. Auch ständiges Hungern bzw. Diäten ist nicht der richtige Weg.

Sinnvoll dagegen sind Kurse, die auf eine langfristige Umstellung der Ernährungsgewohnheiten abzielen und gleichzeitig Bewegungs- und Entspannungseinheiten beinhalten, wie z.B. das Programm der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) „ICH nehme ab“.

Downloads
 
  10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (850 kB)

Weiterführende Links

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 
Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. 
Europäischer Kodex gegen den Krebs (in englischer Sprache) 

Literatur

  • Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg (Hrsg.): "Schutz vor Krebs", Heidelberg, 2007
  • International Union Against Cancer (UICC): Prävention von Krebs, Aktueller Stand und wirksame Strategien, W. Zuckschwerdt Verlag, Genf, 2006


 
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