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Risikofaktor Rauchen
Schätzungen zufolge sind in den Industrieländern 30 Prozent aller Krebserkrankungen mit Todesfolge auf Tabakkonsum zurückzuführen. Nach heutigem Wissen steht aktives Rauchen mit folgenden Krebsarten in Zusammenhang:
- Lungenkrebs
- Harnblasenkrebs
- Mundhöhlenkrebs
- Rachen- und Kehlkopfkrebs
- Magenkrebs
- Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Speiseröhrenkrebs
Lungenkrebs z.B. ist bei rund 90 Prozent der erkrankten Männer und knapp 60 bis über 80 Prozent der erkrankten Frauen auf das Rauchen von Tabak zurückzuführen. Harnblasenkrebs wird in nahezu der Hälfte aller Fälle durch Rauchen verursacht. Des weiteren haben Raucher ein 20 Prozent erhöhtes Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Auch die Entstehung des virusbedingten Gebärmutterhalskrebses wird durch die Schadstoffe aus dem Zigarettenrauch gefördert. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) sieht Rauchen außerdem als Risikofaktor für die myeloische Leukämie sowie für Krebs an folgenden Organen an: Niere, Leber, Nasenhöhle und Lippen. Darüber hinaus weisen aktuelle Forschungen auf einen Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Prostatakrebs hin. Diskutiert, jedoch nicht bewiesen, wird der Einfluss auf Brustkrebs bei Frauen vor den Wechseljahren.
Hinsichtlich der Gesundheitsgefährdung steht nicht die Höhe des täglichen Zigarettenkonsums im Mittelpunkt, sondern die Gesamtdauer. Raucher verlieren bis zu 25 Jahre Lebenserwartung im Vergleich zu Nichtrauchern. Je früher der Rauchstopp, desto stärker gleicht sich das Risiko nach einigen bis vielen Jahren an das Niveau eines Nichtrauchers an.
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Unterschiede und Risiken des Tabakgenusses
Pfeiferauchen Pfeifenraucher haben zwar ein geringeres Risiko für Lungen- und Blasenkrebs. Eine größere Gefahr besteht jedoch für die Entstehung von Krebs im Mund und Rachen. Wasserpfeife (auch als "Sisha" oder "Schischa" bezeichnet) Besonders beliebt bei Jugendlichen wird die Wasserpfeife im Vergleich zur Zigarette als weniger gefährlich eingestuft. Diese Einschätzung ist jedoch falsch. Nähere Informationen bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Elektronische Rauchhilfen Die elektronische Rauchhilfe wird als rauchfreie Zigarette bezeichnet, da kein Rauch sondern nur Dampf erzeugt wird, um das suchtauslösende Nikotin freizusetzen. Auch hier warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor erheblichen Gesundheitsgefahren.
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Gefahren des Passivrauchens
Passivrauchen schadet zusätzlich der Gesundheit derer, die dem Tabakrauch aus der Raumluft (dem sogenannten Nebenstromrauch) ausgesetzt sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht das Passivrauchen als ein dringliches Problem an und bezeichnet es sogar als eine echte und vor allem nachhaltige Bedrohung für Kinder.
Passivrauch verursacht akute und chronische Atemwegserkrankungen und ist mit verantwortlich für Herzerkrankungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Darüber hinaus enthält Passivrauch mehr als 70 krebserregende Stoffe, die mit Lungenkrebs in Verbindung stehen.
Jedes zweite Kind in Deutschland lebt in einem Haushalt mit mindestens einem Raucher. Dabei leiden insbesondere Kinder unter Passivrauch: Sie erkranken häufiger an Mittelohrentzündungen, einer beeinträchtigten Lungenfunktion und Asthma. Selbst bei Kindern ist durch Passivrauchen das Risiko für Lungenkrebs im späteren Alter erhöht. Schon im Mutterleib erhöht Passivrauch das Risiko für Fehlbildungen des Ungeborenen sowie Fehl-, Früh- und Totgeburten. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod.
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Rauchstopp
Ein Rauchstopp wirkt sich in jedem Alter positiv aus. Bereits nach fünf Jahren ist das Risiko, an Krebs zu erkranken, deutlich vermindert. 15 Jahre nach dem Rauchstopp entspricht das Lungenkrebsrisiko dem eines Nichtrauchers.
Auch an Krebs erkrankten Personen kann der Rauchstopp nützen: Kurze Zeit nach der letzten Zigarette verbessert sich die Sauerstoffaufnahme in der Lunge. Die Behandlung vertragen Nichtraucher langfristig besser: Schnellere Wundheilung, reduzierte Belastung des Körpers durch Medikamente und es reichen im Vergleich zu Rauchern geringere Mengen an Schmerzmitteln aus.
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Tipps zum Ausstieg Zahlreiche Organisationen bieten Raucherentwöhnungskurse an. Ansprechpartner sind z.B. Volkshochschulen, Arztpraxen, Gesundheitsämter, Krankenkassen.
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Zusatz-Info
Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums (Montags bis Freitags 14 bis 17 Uhr): 0 62 21- 42 42 00
Rauchertelefon für Krebspatienten und ihre Angehörigen (Montags bis Freitags 14 bis 17 Uhr): 0 62 21 - 42 42 24
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Weiterführende Links
Anbieter Raucherberatung
WHO-Zentrum für Tabakkontrolle
Bundesinstitut für Risikobewertung (Wasserpfeife)
Bundesinstitut für Risikobewertung (Elektronische Zigarette)
Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst
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Literatur
- Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg (Hrsg.): "Schutz vor Krebs", Heidelberg, 2007
- International Union Against Cancer (UICC): Prävention von Krebs, Aktueller Stand und wirksame Strategien, W. Zuckschwerdt Verlag, Genf, 2006
- Robert Koch Institut RKI, Gesellschaft der epidemiologischepidemiologischBevölkerungsbezogen; die Epidemiologie ist die Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten sowie deren Ursachen und Risikofaktoren in Bevölkerungsgruppen.en Krebsregister in Deutschland e.V. GEKID (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005-2006 Häufigkeiten und Trends, 7. überarbeitete Auflage, Berlin, 2010
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